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Artikel: Sommer im Schwarzwald

Sommer im Schwarzwald

Sommer im Schwarzwald

Seen, Feste und Orte für heiße Tage im Schwarzwald

Wenn die Temperaturen im Rheintal über 35 Grad klettern, liegt der Schwarzwald oft zehn Grad darunter. Ab 800 Metern Höhe weht fast immer ein leichter Wind durch die Tannen, Bergbäche führen noch kühles Quellwasser, und in den Karseen hat das Wasser selbst im August selten mehr als 20 Grad. Diese Mischung aus Höhenlage, Wald und Wasser macht die Region zwischen Juni und September zu einem Ort, an dem Sommer Freude statt Erschöpfung bringt – für Einheimische wie für Gäste.

Abkühlung: Seen und Badestellen

Der Schluchsee ist mit rund 7,5 Quadratkilometern Fläche der größte See im Schwarzwald und liegt auf etwa 930 Metern. Wer morgens um acht ins Wasser steigt, teilt sich den See oft nur mit ein paar Standup-Paddlern. Ruhiger und weniger bekannt ist der Windgfällweiher bei Lenzkirch – ein flacher Moorsee mit dunklem, weichem Wasser und einer Liegewiese zwischen Birken. Am Titisee geht es lebhafter zu: Tretboote, Strandbäder, Cafés am Ufer. Wer Trubel mag, ist hier richtig.

Im Nordschwarzwald bietet die Nagoldtalsperre bei Erzgrube eine Kombination aus Badestrand und Wassersport. Segler, Surfer und Taucher teilen sich das Wasser, rundherum führen Rad- und Wanderwege durch den Wald. Der Nonnenmattweiher im Südschwarzwald dagegen liegt eingebettet in einen Talkessel und ist nur zu Fuß erreichbar – wer den kurzen Anstieg in Kauf nimmt, badet fast allein.

Auch der Mummelsee am Fuß der Hornisgrinde verdient eine Erwähnung, auch wenn dort das Baden nicht erlaubt ist. Als Karsee auf knapp 1.000 Metern Höhe ist er ein Wanderziel mit eigener Atmosphäre, besonders am frühen Morgen, wenn Nebel über dem Wasser liegt. Weitere schöne Orte werden im Buch Lieblingsplätze im Schwarzwald vorgestellt.

Wandern, wenn es heiß wird

An Tagen über 30 Grad sind Schluchten und Nordseiten die klügere Wahl. Die Wutachschlucht zwischen Bonndorf und Blumberg führt auf rund zehn Kilometern durch eine enge, schattige Klamm – selbst mittags bleibt es dort kühl. Festes Schuhwerk ist Pflicht, Flipflops keine Option.

Kürzer, aber genauso eindrucksvoll: die Gertelbachfälle bei Bühl. Der Weg führt entlang einer Kaskade aus mehreren Wasserfällen – durch die Gischt und den Schatten der Schlucht bleibt es dort auch mittags kühl. Im Nationalpark Schwarzwald lohnt sich der Lotharpfad bei Schliffkopf – ein Bohlensteg durch eine Sturmwurffläche von 1999, die sich seitdem ohne menschlichen Eingriff zum Urwald zurückentwickelt. Dort bietet der Nationalpark ab Juni 2026 wieder wöchentliche Ranger-Touren an, die auch Kindern die Waldökologie näherbringen.

Grundregel für Sommerwanderungen: Früh starten. Wer um sieben Uhr losgeht, wandert in der Kühle des Morgens und hat die meisten Wege noch für sich allein.
Eine Übersicht aller Wege und Touren bietet die Wanderkarte Nationalpark Schwarzwald.  

Feste, Festivals und Freilichtbühnen

Der Veranstaltungskalender im Schwarzwald ist im Sommer 2026 prall gefüllt. Ein paar Termine, die man sich merken sollte:

  • Das STIMMEN-Festival in Lörrach läuft vom 18. Juni bis 12. Juli und bringt Konzerte auf den Marktplatz, in Parks und Kirchen im Dreiländereck. Zwischen dem 24. und 28. Juni treten unter anderem Foreigner, Capital Bra und die Donots auf dem Lörracher Marktplatz auf.
  • Wer es traditioneller mag: Der Schäferlauf in Wildberg findet vom 16. bis 19. Juli statt – ein Volksfest rund um die Schäferei, das nur alle zwei Jahre gefeiert wird.
  • In Horb am Neckar verwandeln die Ritterspiele vom 19. bis 21. Juni die historische Altstadt in eine mittelalterliche Kulisse.
  • Im Hochschwarzwald verbindet der Genusssommer 2026 von Mai bis September 15 Veranstaltungen miteinander: kulinarische E-Bike-Touren, Picknicks mit Bergblick und als neues Format „Yoga & Frühstück" bei Sonnenaufgang auf dem Brendgipfel.
  • Auf der Freilichtbühne Ötigheim – mit 3.600 Plätzen die größte in Deutschland – stehen von Juni bis August „My Fair Lady" und „Immer dieser Michel!" auf dem Spielplan.
  • In der Klosterruine Allerheiligen bei Oppenau gibt es im Juli „In 80 Tagen um die Welt" an neun Terminen.
  • Weinfreunde notieren sich das Freiburger Weinfest vom 2. bis 7. Juli und das Breisacher Weinfest vom 28. bis 31. August – letzteres direkt am Rhein, mit Weindorf, Live-Musik und Blick auf den Kaiserstuhl.

Sommerküche auf Schwarzwälder Art

In den Straußwirtschaften (im Markgräflerland auch „Besenwirtschaften") servieren Winzerfamilien zwischen Mai und Oktober eigenen Wein und einfache Gerichte – oft nur Vesperplatten mit Schinken, Käse und Bauernbrot. Die Saison für Kirschen aus dem Markgräflerland und vom Kaiserstuhl beginnt Ende Juni. Auf den Berghütten stehen im Sommer Bibbeliskäs (Quark mit Kräutern) und Wurstsalat auf der Karte, dazu Naturpark-Mineralwasser oder ein Rothaus Tannenzäpfle.

Von Mai bis Oktober öffnen in der gesamten Region die Naturpark-Bauernmärkte – kleine Wochenmärkte, auf denen Landwirte direkt verkaufen: Honig, Käse, Beeren, Schnaps. Die Standorte wechseln, eine aktuelle Übersicht gibt es auf der Website der Naturparke Schwarzwald. Mit dem Gutscheinbuch Schwarzwald-Baar-Kreis können Sie in vielen Restaurants und Cafés im Schwarzwald einkehren und sogar sparen.

Drei Orte, die nicht im Reiseführer stehen

  • Der Glaswaldsee bei Bad Rippoldsau-Schapbach: ein eiszeitlicher Karsee, eingerahmt von steilen Tannenwaldhängen. Zum Baden zu kalt, zum Schauen zu schön, um ihn auszulassen.
  • Die Kohlenmeilertage in Dachsberg im Juli und August zeigen ein fast vergessenes Handwerk: Köhler bauen einen Meiler auf und brennen tagelang Holzkohle – die am Ende verkauft wird.
  • Und wer nach einem Tag in der Natur den Abend draußen ausklingen lassen will: Das Sommernachtskino im Innenhof des Schwarzen Klosters in Freiburg zeigt vom 25. Juni bis 5. September die Filme des vergangenen Jahres unter freiem Himmel.

Wer als Tourist ein paar Tage im Sommer im Schwarzwald verbringt, möchte gerne ein Andenken an die schönen Tage mitnehmen. Nicht nur schön, sondern auch praktisch ist die Schwarzwald Clock. Sie erinnert an den Urlaub und zeigt zuverlässig die Zeit an.

Text: K. K. - Online Redakteurin / Foto: Smitha Nittur von Pexels

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