Artikel: Herbst im Schwarzwald

Herbst im Schwarzwald
Ausflugsziele zwischen Höhenluft, Wasser und Geschichte
Über den Tälern hängt am Morgen Nebel, die Buchen färben sich, und auf den Höhen riecht die Luft schon nach dem ersten Frost. Wer hier lebt, kennt viele Wege. Trotzdem – oder gerade deshalb – lohnt es sich, eine vertraute Strecke einmal früh am Morgen zu gehen oder an einem freien Sonntag einen Ort anzusteuern, an dem man sonst nur vorbeifährt. Für Gäste wiederum sind die Wochen zwischen Ende September und November eine gute Zeit: weniger Betrieb, klarere Luft, mehr Ruhe auf den Wegen.
Die folgenden Ziele führen vom Nordschwarzwald bis an den Rand des Hochschwarzwalds. Dazwischen liegen kurze Spaziergänge, längere Wanderungen und ein Museum für Tage, an denen das Wetter nicht nach draußen lockt. Wer danach weiterstöbern möchte, findet im Reiseführer Lieblingsplätze Schwarzwald von Edi Graf Anregungen für stille Seen, kleine Museen und Einkehrorte abseits der bekannten Routen.
Mummelsee und Hornisgrinde: Herbstspaziergang auf der Höhe
Der Mummelsee liegt auf 1.036 Metern an der Schwarzwaldhochstraße, umgeben von dunklen Tannen. Der Weg um den Karsee misst rund 800 Meter – kurz genug für einen Spaziergang zwischendurch, lang genug, um zur Ruhe zu kommen, wenn der Nebel über dem Wasser steht oder die Sonne tief durch die Bäume fällt. Wer danach noch nicht ins Tal zurück möchte, verlängert den Tag mit einer Tour Richtung Hornisgrinde.
An Wochenenden lohnt sich ein früher Start. Der Parkplatz füllt sich schnell, und die erste Tasse Kaffee am See schmeckt ohne Gedränge besser. Auf der Höhe wird es bei Wind rasch kühl – eine zusätzliche Schicht gehört schon im September in den Rucksack.
Ein Herbsttag im Vogtsbauernhof in Gutach
Bei Regen oder wenn die Kinder nach Abwechslung verlangen, ist das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof eine gute Adresse. Auf dem Gelände stehen historische Schwarzwaldhöfe, in denen sich nachvollziehen lässt, wie die Menschen in der Region vor Jahrhunderten lebten und arbeiteten. Ein ausgedehnter Rundgang füllt zwei bis vier Stunden, ohne dass daraus ein anstrengender Wandertag wird. Der Veranstaltungskalender wechselt saisonal; ein Blick auf die Website vor der Anfahrt spart Enttäuschungen.
Im Herbst haben die alten Höfe ihren eigenen Charakter. Es wird früher dunkel zwischen den Gebäuden, aus den Küchen zieht der Geruch von Holzfeuer, und das Wetter draußen passt ins Bild. Wer sich auch später noch an den Auslfug erinnern möchte, kann das spielerisch tun: Das Schwarzwald-BINGO greift auf 31 Spielkarten typische Motive der Region auf – vom Bollenhut bis zur Kirschtorte.
Triberger Wasserfälle: Wasser, Wald und ein kurzer Stadtbummel
Die Gutach fällt bei Triberg über sieben Hauptstufen 163 Meter ins Tal. Drei ausgeschilderte Wege führen durch das Gebiet, und der Haupteingang liegt fußläufig zum Ortskern. Nach einem Regentag hat das Wasser mehr Kraft, und der Weg durch den feuchten Wald riecht nach Moos und nassem Laub. Festes Schuhwerk lohnt sich trotzdem, denn Steine und Holzstege werden bei Nässe schnell rutschig.
Der Besuch lässt sich gut mit einem kurzen Bummel durch Triberg verbinden. Wasserfall, Ortskern, eine Einkehr – das ergibt ein Programm, das auch ohne lange Wanderung einen halben Tag füllt.
Feldberg und Feldsee: wenn die Fernsicht kommt
An klaren Herbsttagen ist der Feldberg ein Ziel für alle, die Weite mögen. Wenn die Luft nach einer kalten Nacht klar ist, reicht der Blick über Wälder, Wiesen und verstreute Schwarzwaldhöfe bis zu den Alpen. Rund um den Gipfel gibt es Wege in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Der Feldbergsteig führt durch das Naturschutzgebiet und am Feldsee entlang – eine anspruchsvolle Tour, für die man trittsicher sein sollte. Wer es ruhiger angehen will, findet kürzere Rundwege mit Aussicht.
Der Feldsee selbst ist kein Ort für lautes Treiben. Am schönsten ist er, wenn man sich einfach an den Uferrand setzt und die Stille auf sich wirken lässt.
Wutachschlucht: Herbstwanderung mit Respekt vor dem Gelände
Die Wutachschlucht ist kein Spazierweg. Felswände, Wasserläufe, nasses Laub und wechselndes Licht machen die Schlucht im Herbst zu einem eindrucksvollen Erlebnis – verlangt aber Aufmerksamkeit und Kondition. Die Ferienregion bietet verschiedene Touren, darunter längere Strecken, Rundwege und geführte Wanderungen.
Die Planung sollte nicht erst auf dem Parkplatz beginnen. Wetter, Wasserstand, Wegzustand und mögliche Sperrungen sind vorab zu prüfen. Aktuell ist die Lotenbachklamm wegen eines Erdrutsches komplett gesperrt; die Situation wird frühestens zur Wandersaison 2027 neu bewertet. Feste Schuhe, ausreichend Verpflegung und die Bereitschaft, bei schlechten Bedingungen umzukehren, gehören hier zur Grundausstattung.
Ein freier Tag im Schwarzwald-Baar-Kreis
Nicht jeder Herbsttag verlangt nach Höhenmetern. Rund um Villingen-Schwenningen und Donaueschingen lässt sich ein freier Nachmittag mit einem Spaziergang, einem Cafébesuch oder einem Abstecher zu einer Wellnessadresse füllen. Das Gutscheinbuch Schwarzwald-Baar-Kreis mit seinen 2-für-1-Gutscheinen für Gastronomie, Freizeit und Wellness ist ein praktischer Anlass, Neues auszuprobieren.
Nach dem Ausflug
Vielleicht bleibt vom Tag der Blick über die dunklen Tannen am Mummelsee. Vielleicht der Geruch von nassem Laub in der Wutachschlucht. Oder der Kaffee nach dem Rundgang im Museum. Mehr braucht ein guter Herbsttag im Schwarzwald nicht. Wer den Abend ausklingen lassen will, stellt ein Mundart-Windlicht mit schwäbischen und badischen Begriffen auf den Tisch oder den BOSQUE Teelichthalter mit Tannenmotiv aufs Fensterbrett.
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(Text: K. K. - Online-Redakteurin / Foto: Gabriel Grip von Pexels)


