Artikel: Weihnachten im Schwarzwald

Weihnachten im Schwarzwald
Wenn sich der erste Raureif über die tiefgrünen Tannen legt und in den Tälern der Duft von Tannenreisig, Bienenwachs und gebrannten Mandeln durch die Gassen zieht, beginnt im Schwarzwald eine ganz eigene Zeitrechnung. Die Wochen vor dem Fest sind hier geprägt von einem spannenden Kontrast: Einerseits locken aufwendig illuminierte Kulissen, historische Fachwerkstädte und bekannte Weihnachtsmärkte Besucher aus dem ganzen Land an. Andererseits wird in den Stuben und Dörfern bis heute ein bodenständiges Brauchtum gepflegt, das tief in der Geschichte der Region verwurzelt ist.
Egal, ob Sie im Schwarzwald zu Hause sind und nach neuen Ausflugszielen für das Adventswochenende suchen oder als Gast die Winterlandschaft erkunden möchten: Dieser Artikelk führt Sie zu den stimmungsvollsten Lichterorten, nennt die aktuellen Öffnungszeiten ausgewählter Märkte für die Saison 2026 und blickt hinter die Kulissen echter Schwarzwälder Weihnachtstraditionen.
Besonderer Lichterglanz: Wo der Schwarzwald im Advent am schönsten leuchtet
In der dunklen Jahreszeit entfaltet die Architektur und Natur des Schwarzwalds durch gezielte Beleuchtung eine Atmosphäre, die weit über gewöhnliche Straßenlichter hinausgeht. Drei Orte stechen dabei besonders hervor:
Das beleuchtete Eisenbahnviadukt in der Ravennaschlucht
Kaum ein Motiv steht so sehr für die Schwarzwälder Adventszeit wie das 40 Meter hohe Viadukt der Höllentalbahn bei Breitnau. Wenn bei Einbruch der Dunkelheit die steinernen Bögen der Brücke in wechselnden, warmen Farbtönen angestrahlt werden und sich darunter ein kleines Hüttendorf im Waldboden schmiegt, entsteht eine fast surreale Kulisse. Wenn dann noch ein beleuchteter Zug hoch über den Köpfen der Besucher die Schlucht quert, ist das Fotomotiv komplett.
Das weltgrößte Adventskalenderhaus in Gengenbach
In der ehemaligen freien Reichsstadt Gengenbach im Kinzigtal wird das klassizistische Rathaus mit seinen 24 Fenstern jedes Jahr zum Mittelpunkt einer aufwendigen Lichtinszenierung. In der Saison 2026 zeigt sich das Rathaus aufgrund von Sanierungsarbeiten verhüllt – und macht genau daraus ein Kunstwerk. Der international bekannte Illustrator Olaf Hajek hat die 24 Motive für dieses Jahr gestaltet. Jeden Abend um 18:00 Uhr versammeln sich Einheimische und Gäste auf dem Marktplatz, wenn ein weiteres Fenster von innen erleuchtet wird und die historischen Fassaden ringsum in goldenes Licht taucht.
Lichterallee und Kurhaus in Baden-Baden
Wer es mondäner mag, findet am Nordrand des Schwarzwalds ein weitläufiges Lichtermeer. Rund um das hell angestrahlte Kurhaus und entlang der Kolonnaden verwandeln tausende Lichterketten den Kurgarten in eine funkelnde Flaniermeile. Besonders sehenswert sind die beleuchteten Glas-Iglus und die aufwendig dekorierten Baumkronen, die sich bei feuchtem Winterwetter im Pflaster spiegeln.
Wenn man nach einem langen Spaziergang durch die kalte Winterluft solcher Lichterorte nach Hause oder in die Ferienwohnung zurückkehrt, möchte man diese warme Atmosphäre am liebsten direkt mitnehmen. Mit dem Teelichtglas Christmas Fair holen Sie sich genau diesen sanften Kerzenschein auf den eigenen Wohnzimmertisch und sorgen sofort für gemütliche Adventsstimmung.
Weihnachtsmärkte im Schwarzwald
Wer das Leuchten der Städte mit einem Bummel zwischen geschmückten Holzhütten verbinden möchte, findet im Schwarzwald ganz unterschiedliche Kulissen. Für die Saison 2026 lohnen sich vor allem diese Stationen:
- Mitten im Hochschwarzwald liegt der Weihnachtsmarkt in der Ravennaschlucht bei Breitnau, der sich direkt unter das hohe Eisenbahnviadukt schmiegt. Er öffnet an den vier Adventswochenenden (26.11. bis 20.12.2026) immer donnerstags von 16 bis 21 Uhr sowie freitags bis sonntags von 14 bis 21 Uhr (wichtig: Einlass nur mit vorab online gebuchtem Ticket).
- Wer historisches Fachwerk bevorzugt, fährt zum Gengenbacher Adventsmarkt (27.11. bis 23.12.2026, Mo–Fr 14 bis 20 Uhr, Sa–So 11:30 bis 20 Uhr)
- oder bummelt unter den weitläufigen Arkaden über Deutschlands größten Marktplatz beim Freudenstädter Weihnachtsmarkt (03.12. bis 20.12.2026, jeweils Do–So von 11 bis 21 Uhr, sonntags bis 20 Uhr).
- Auf der Ostseite des Schwarzwalds teilen sich zwei Stadtteile die Adventszeit: In Villingen-Schwenningen macht der Schwenninger Adventsmarkt auf dem Muslenplatz den Anfang (19.11. bis 29.11.2026), bevor der Villinger Weihnachtsmarkt rund um das historische Münster übernimmt (04.12. bis 13.12.2026, beide Märkte Mo–Sa 11 bis 21 Uhr, So 11 bis 20 Uhr).
Ein Abstecher nach Villingen oder Schwenningen lässt sich an kalten Dezembertagen übrigens gut mit einer Einkehr in die gemütlichen Gasthäuser der Umgebung verbinden. Wer die regionale Küche zu zweit entdecken möchte oder noch ein passendes Weihnachtsgeschenk für Genießer aus der Gegend sucht, liegt mit dem Schlemmerblock Schwarzwald-Baar-Kreis genau richtig – damit gehen zahlreiche Hauptgerichte und Freizeitbesuche im 2:1-Prinzip aufs Haus.
Und falls die Lust auf Glühwein und gebrannte Mandeln auch nach den Feiertagen noch anhält: Der Baden-Badener Christkindelsmarkt vor dem Kurhaus hat bis ins neue Jahr hinein geöffnet (26.11.2026 bis 06.01.2027, täglich von 11 bis 21 Uhr, mit verkürzten Zeiten an den Feiertagen).
Gelebtes Brauchtum: Alte Weihnachtstraditionen im Schwarzwald
Im Schwarzwald haben sich viele Traditionen erhalten, die oft noch aus Zeiten stammen, in denen die Höfe im Winter wochenlang eingeschneit waren.
Der Pelzmärtel und das „Klausenblasen“
Während in vielen Teilen Deutschlands ausschließlich der Nikolaus am 6. Dezember die Stiefel füllt, ist in Teilen des nördlichen und mittleren Schwarzwalds (sowie auf der angrenzenden Baar) am 11. November – dem Martinstag – oder in der Adventszeit noch der Pelzmärtel unterwegs. Er trägt ein dunkles oder mit Fell besetztes Gewand, hat oft ein rußgeschwärztes Gesicht und kündigt sich mit einer Kuhglocke an. Er ist kein reiner Bestrafer, sondern bringt den Kindern Nüsse, Mandarinen und Gebäck.
Im Oberen Elztal pflegt man zudem am Vorabend des Nikolaustages das Klausenblasen: Auf langen Kuhhörnern werden dort tiefe, weithin hörbare Töne geblasen, um die Dunkelheit zu vertreiben und den heiligen Nikolaus anzukündigen.
Heimatstolz am Weihnachtsbaum
Im Schwarzwald war die Weihnachtsstube traditionell der wichtigste Ort des Hauses. In der Herrgottswinkel-Ecke hing der geschmückte Tannenbaum – früher oft noch unter der Zimmerdecke befestigt, um Platz in den niedrigen Stuben zu sparen. Bis heute zeigt sich am Baumschmuck die Verbundenheit zur Region. Wer seine Tanne im modernen Zuhause mit einem echten Stück Schwarzwälder Identität schmücken möchte, setzt mit der handbemalten Weihnachtskugel Schwarzwald Bollenhut einen markanten Akzent zwischen die grünen Zweige – auch ein beliebtes Mitbringsel für alle, die ihre Heimat im Herzen tragen.
Hutzeln, Springerle und Neunerlei
Auch in den Backstuben folgt der Advent im Schwarzwald festen Regeln. Neben den typischen Springerle – dem Anisgebäck, das mit kunstvoll geschnitzten Holzmodeln geprägt wird – gehört das Hutzelbrot (oder Schnitzbrot) zwingend in die Vorweihnachtszeit. Dieses schwere, dunkle Früchtebrot aus gedörrten Birnen (Hutzeln), Zwetschgen, Feigen, Haselnüssen und Gewürzen wird traditionell schon Ende November oder rund um den Andreastag (30. November) gebacken, damit es bis Heiligabend gut durchziehen kann.
Die Raunächte und das „Räuchern“
Wenn der Trubel der Weihnachtsmärkte am 24. Dezember abklingt, beginnt im Schwarzwald mit den zwölf Raunächten (bis zum Dreikönigstag am 6. Januar) die mystischste Zeit des Jahres. In vielen ländlichen Gemeinden und auf traditionsbewussten Höfen wird in diesen Tagen noch mit Weihrauch, getrockneten Kräutern und Tannenharz durch Haus und Stall gegangen. Das Ausräuchern soll das alte Jahr verabschieden, Krankheiten fernhalten und den Segen für das kommende Frühjahr in die Räume holen – ein ruhiges, entschleunigendes Ritual, das in unserer schnelllebigen Zeit wieder von immer mehr Menschen im Schwarzwald neu entdeckt wird.
Gut gerüstet für den Ausflug in den Schwarzwälder Advent
Wer die Märkte und Lichterorte im Schwarzwald entspannt genießen möchte, sollte ein paar praktische Dinge im Hinterkopf behalten: In den höheren Lagen – etwa in Breitnau, Freudenstadt oder Villingen – sind winterfeste Schuhe und warme Kleidung im Dezember Pflicht, da die Temperaturen ab 17 Uhr oft deutlich unter den Gefrierpunkt fallen. Nutzen Sie für stark besuchte Ziele wie Gengenbach oder die Ravennaschlucht am besten die Regionalbahnen (wie die Schwarzwaldbahn oder die Höllentalbahn), die Sie stressfrei und ohne Parkplatzsuche direkt ins Geschehen bringen.
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- Den Schwarzwald mit Kindern entdecken
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- Schwarzwälder Spezialitäten
(Text: K. K. - Online-Redakteurin / Foto: StockSnap von pixabay)


